with Keine Kommentare
Luzius Ziermann – Ein Frankfurter Künstlerportrait

Ich begegnete Luzius zum ersten Mal in seinem Atelier in Fechenheim. Im Hinterhof eines zu Loftflächen
umgebauten Industriegebäudes befindet sich im Paterre eine grosse Garagentür. Dahinter liegt „sein Reich“.
Natürlich kam Luzius zu spät zu unserem Treffen. Denn wer ihn kennt weiss:
Luzius ist immer in Bewegung.
Das fing schon in jungen Jahren an. Geboren in Frankfurt. Danach Schaupspielschule in München, anschliessend
Schauspielschule in New York und schliesslich Texter bei einer grossen Werbeagentur in
Frankfurt. Seit 88 dann hauptberuflich in der Kunst zu Hause.
Es folgen diverse Trips nach Rom, Namibia, Irland, Lanzarote, Südfrankreich, Slowenien,
die Anarktis und so fort. Alles im Namen der Kunst.
Luzius fällt einem sofort auf. Er ist 185 gross, trägt Brille und Glatze und
kleidet sich modisch aber nicht aufdringlich.

Der Vorname Luzius ist von seiner Patentante Luzia übernommen.
Luzius leitet sich vom lateinischen „lux“ ab und bedeutet „Licht“.
Weil ihn das sein Leben lang begleitete
machte er es zu seinem Markenzeichen. So hat das Licht auch eine
besondere Bedeutung in seinen Werken.
Mal wird es von tausenden Spiegeln reflektiert, mal von opaken und
glänzenden Oberflächen gebrochen.

Seine Kunst ist nachdenklich, immer schwingt eine gewisse Schwermut und
Traurigkeit mit; gleichzeitig
sind seine Werke aber auch lebensfroh und optimistisch.
Sein Werk „Signatur des Lichtes“ z.B.
Die aus schrottreifen Autos ausrangierten Spiegel als Sinnbild unserer
Konsum- und Wegwerfgesellschaft werden neu arrangiert und repositioniert
zu einem monumentalen, lichtspendenem Logo (seiner Signatur) das uns von der
Existens des Individuums in der Landschaft sprich
dem wahren Meisterwerk des wahren Meisters berichtet und uns sagen möchte
„ich bin nicht tot; ich bin kein Abfall, ich bin hier,
ich lebe und überlebe“. Die Geburt des Metawesens.
Eine Metamorphose. Das Schöne entsteht aus dem Hässligen.
Das Komplexe aus dem Banalen.

Oder sein Werk Spermatit.
Da wollte er ein riesiges, samenzellenförmiges Gebilde mitten in die
anarktische Pampa setzen. Ein Installation ohne Zuschauer.
Das wirkt irgendwie fremd und ist doch typisch für Luzius.
Auf der einen Seite distanzieren sich seine Werke von der
Gesellschaft auf der anderen Seite koketieren sie mit ihr.
Ein Tanz den man auch an ihm selbst beobachtet.
Luzius ist kein Mensch der sich in den Vordergrund drängen möchte.
Er ist eher bescheiden. Dennoch inszeniert er sich vor der Kulisse
Venedigs auf einer Spezialgondel auf welcher er sein Auto parken kann
oder mietet sich das Schauspielhaus um sich da gemeinsam mit seinem Auto
zu inszenieren.
Sein Auto ist natürlich auch kein einfaches Auto sondern ein fahrendes
Kunstwerk…

Wer mehr wissen über Luzius erfahren möchte, schaut auf seiner Website
vorbei: www.luzius-ziermann.de

Deine Gedanken zu diesem Thema